Bürgerliche Küche

Nicht jeder kennt heutzutage noch die Küche der Großmutter. In der Zeit wurde nicht auf Kalorien beim Essen geachtet. Die meisten Lebensmittel kamen aus der eigenen Region. Was selbst angebaut werden konnte, wurde angebaut und geerntet. Viele Haushalte auf dem Dorf hielten sich ein eigenes Schwein, das ein Jahr angefüttert und danach geschlachtet wurde und zu Wurst und Fleisch verarbeitet wurde. Aus diesen Zeiten stammt die bürgerliche Küche.

Zu dieser Küche zählen besonders Eintöpfe, in denen sehr viel und sehr fettiges Fleisch gegart wurde. Das Fleisch, einen Tag vorher eingesalzen, wurde am nächsten Tag mit Wasser aufgesetzt und mit verschiedenen Gewürzen gekocht. In Norddeutschland waren Linsen-, Erbsen- und Bohnensuppe vor allem im Winter ein gern gekochtes Gericht. Es ließ sich für mehrere Tage zubereiten und schmeckte nach jedem Aufwärmen immer besser. Grünkohl war im Winter ein Muss, weil dieser erst ein bisschen Frost abbekommen musste.

Gern wurde in der Woche ein falsches Kotelett zubereitet. Das ist Bauchfleisch, in Mehl, Ei und Paniermehl gewendet und dann gebraten. Einige Kartoffeln, etwas Weißkohl dazu und schon ist ein vollständiges Gericht ist entstanden. Das Kotelett oder Schnitzel wurde nicht gegrillt, sondern genauso wie ein falsches Kotelett behandelt. Frikadellen wurden auch gern gegessen. Fleisch gab es nicht jeden Tag, dazu war es zu teuer. Sehr gut in jeder Erinnerung sind sicher auch die Kartoffelgerichte wie zum Beispiel Puffer oder Stockepuffer vorhanden, der ebenfalls in Norddeutschland sehr bekannt ist. Er besteht aus Speck, geriebenen Kartoffeln, Eiern und Milch. Mit Salz und Pfeffer gewürzt wurde die Masse unter ständigem Rühren in der Pfanne (daher Stocke) gebraten.

Der Schweinebraten war für den Sonntag vorgesehen. Der gesamte Sonntagvormittag wurde für das Essen eingeplant. Meist nur mit Salz und Pfeffer gewürzt entfaltete das Fleisch seinen vollen Geschmack. Auch heute wird noch gutbürgerlich gekocht, jedoch hat sich diese Küche ein wenig verändert. Dem Zeitgeist angepasst werden mehr Gewürze und weniger Fett für die Gerichte verwendet.

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